Inhalt

von A bis Z

 Termine

Kommunales
    Fella-Bebauung

AG 60plus

Leute

Kultur

... und mehr

 

Gegen weiteren Verbrauchermarkt
CSU schmettert Bürgerantrag ab

Die SPD-Fraktion steht einer Wohnbebauung auf dem ehemaligen Fella-Gelände trotz vieler bekannter Probleme grundsätzlich weiterhin positiv gegenüber. Sie hat aber der Aufstellung des BP Am Reichswald bereits im Mai aus mehreren Gründen nicht zugestimmt. Einer der Hauptgründe für die Ablehnung war und ist die Ausweisung eines so großen Sondergebiets und seine geplante Nutzung als großflächiger Einzelhandelsstandort.

In der letzten Sitzung des Marktgemeinderats stand ein Bürgerantrag zur Abstimmung, der den Verzicht auf einen geplanten Verbrauchermarkt auf dem südöstlichen Ecke des ehemaligen Fella-Geländes zum Thema hatte. Bereits in der Sitzung des Bauausschusses im September hatte Marktgemeinderat Lothar Trapp im Namen der SPD-Fraktion ausführlich begründet, warum ein solcher Supermarkt kontraproduktiv für die Stärkung des gerade aufwändig sanierten Ortszentrums sei. Die Argumentation der SPD deckte sich weitgehend mit der des Bürgerantrags und der Stellungnahme des AFG dazu. Deshalb unterstützte die SPD-Fraktion zusammen mit den Grünen den Antrag, konnte sich aber gegen die konservative Mehrheit im Marktgemeinderat nicht durchsetzen.

Das GfK-Gutachten, das einen Verbrauchermarkt als zulässig ansieht, geht nach Meinung der SPD Feucht von einer falschen Zielsetzung aus. Das Ziel kann nicht sein, auszuloten, was man dort maximal an Verkaufsfläche ansiedeln kann, um unter einem so genannten „relevanten Kaufkraftverlust“ von 10% im Ortszentrum zu bleiben Ein Kaufkraftverlust, der durch Ansiedlung in der Peripherie schon mehrfach eingetreten ist oder noch eintreten wird, wenn man an den Rewe-Markt und ganz neu an der Beck in der Schwabacher Straße denkt. Die SPD Feucht will nicht, dass die gesamte Kaufkraft durch das zusätzliche Wohngebiet durch den neuen Verbrauchermarkt abgeschöpft wird, oder sogar Kaufkraft dorthin verlagert wird. Die gegenteilige Zielsetzung ist die der SPD Feucht: Durch das neue Baugebiet soll auch das neu gestaltete Ortszentrum gestärkt und die Einkaufsmöglichkeiten dort nachhaltig gesichert werden.

In diesem Gutachten wird von 1500 Neubürgern bei  durchschnittlich 2,2 Kindern pro Haushalt ausgegangen – eine Zahl, die viel zu optimistisch ist. Nicht ausreichend berücksichtigt ist auch der demografische Wandel. Durch diese zu optimistischen Annahmen wird in diesem Gutachten ein „verträglicher“ Zuwachs an Verkaufsfläche von 1600 m2 berechnet – der in Realität aber nur etwa halb so groß sein dürfte. Gleichzeitig bestätigt aber das Gutachten, dass Feucht „über ein breites Angebot sowie eine räumlich an sich gut verteilte Versorgungsstruktur im periodischen Bedarfsbereich“ verfüge und die Verkaufsfläche pro Einwohner dafür bereits jetzt überdurchschnittlich sei. 

Dazu setzt sich der Markt Feucht auf Initiative der SPD-Marktgemeinderatsfraktion ein, das heutige Norma-Areal zu sanieren, um dort einen größeren und attraktiveren Markt mitten im Ort anzusiedeln. Dieser wird ebenfalls eine hier gewollte Erweiterung der Einzelhandelsverkaufsfläche bringen. Zusätzliche Märkte an der Peripherie werden dann nicht mehr gebraucht und könnten sogar dieses wichtige Vorhaben scheitern lassen, und das ist nicht nur unsere Meinung.

Ein weiteres Problem liegt in der zeitlichen Abfolge. Wenn Anfang 2010 eine Baugenehmigung für einen Verbrauchermarkt oder Discounter erteilt werden würde, könnte dieser schon Ende 2010 in Betrieb gehen. Solche Märkte „von der Stange“ lassen sich in kürzester Zeit hochziehen, und dann steht noch kein einziges Wohnhaus auf dem ehemaligen Fella-Gelände. Damit würde dieser neue Supermarkt in volle Konkurrenz zum Ortskern und zur Sanierung des Norma-Areals treten. Das Feuchter Ortszentrum hat schon in der jüngsten Vergangenheit Lebensmittelmärkte im Zentrum verloren, das darf sich nicht wiederholen. Eine Verödung des Ortskerns wäre – aus unserer Sicht – das Horrorszenario.

Das für den Verbrauchermarkt vorgesehene Gebiet soll wie im Bürgerantrag genannt für Wohnbebauung und Büroflächen oder kann auch anderweitig genutzt werden, sofern dies mit den Zielen der Ortsentwicklung und der geplanten Wohnbebauung verträglich ist. Da ist die SPD-Fraktion offen.

Grundsätzlich: An der Peripherie weitere große Verbrauchermärkte anzusiedeln, wird abgelehnt. Das Ortszentrum muss nachhaltig gestärkt und nicht geschwächt werden. Es macht keinen Sinn, mit viel Geld den Ortskern baulich attraktiv zu machen und anschließend wirtschaftlich auszutrocknen. Zu einem attraktiven Ortszentrum gehören attraktive Einkaufsmöglichkeiten und das hat für die SPD Feucht eindeutig Vorrang.

Lothar Trapp