Die
SPD-Fraktion steht einer Wohnbebauung auf dem ehemaligen
Fella-Gelände trotz vieler bekannter Probleme grundsätzlich
weiterhin positiv gegenüber. Sie hat aber der Aufstellung des BP
Am Reichswald bereits im Mai aus mehreren Gründen nicht
zugestimmt. Einer der Hauptgründe für die Ablehnung war und ist
die Ausweisung eines so großen Sondergebiets und seine geplante
Nutzung als großflächiger Einzelhandelsstandort.
In der letzten Sitzung des
Marktgemeinderats stand ein Bürgerantrag zur Abstimmung, der den
Verzicht auf einen geplanten Verbrauchermarkt auf dem
südöstlichen Ecke des ehemaligen Fella-Geländes zum Thema hatte.
Bereits in der Sitzung des Bauausschusses im September hatte
Marktgemeinderat Lothar Trapp im Namen der SPD-Fraktion
ausführlich begründet, warum ein solcher Supermarkt
kontraproduktiv für die Stärkung des gerade aufwändig sanierten
Ortszentrums sei. Die Argumentation der SPD deckte sich
weitgehend mit der des Bürgerantrags und der Stellungnahme des
AFG dazu. Deshalb unterstützte die SPD-Fraktion zusammen mit den
Grünen den Antrag, konnte sich aber gegen die konservative
Mehrheit im Marktgemeinderat nicht durchsetzen.
Das
GfK-Gutachten, das einen Verbrauchermarkt als zulässig ansieht,
geht nach Meinung der SPD Feucht von einer falschen Zielsetzung
aus. Das Ziel kann nicht sein, auszuloten, was man dort maximal
an Verkaufsfläche ansiedeln kann, um unter einem so genannten
„relevanten Kaufkraftverlust“ von 10% im Ortszentrum zu bleiben
Ein Kaufkraftverlust, der durch Ansiedlung in der Peripherie
schon mehrfach eingetreten ist oder noch eintreten wird, wenn
man an den Rewe-Markt und ganz neu an der Beck in der
Schwabacher Straße denkt. Die SPD Feucht will nicht, dass die
gesamte Kaufkraft durch das zusätzliche Wohngebiet durch den
neuen Verbrauchermarkt abgeschöpft wird, oder sogar Kaufkraft
dorthin verlagert wird. Die gegenteilige Zielsetzung ist die der
SPD Feucht: Durch das neue Baugebiet soll auch das neu
gestaltete Ortszentrum gestärkt und die Einkaufsmöglichkeiten
dort nachhaltig gesichert werden.
In diesem
Gutachten wird von 1500 Neubürgern bei durchschnittlich 2,2
Kindern pro Haushalt ausgegangen – eine Zahl, die viel zu
optimistisch ist. Nicht ausreichend berücksichtigt ist auch der
demografische Wandel. Durch diese zu optimistischen Annahmen
wird in diesem Gutachten ein „verträglicher“ Zuwachs an
Verkaufsfläche von 1600 m2 berechnet – der in
Realität aber nur etwa halb so groß sein dürfte. Gleichzeitig
bestätigt aber das Gutachten, dass Feucht „über ein breites
Angebot sowie eine räumlich an sich gut verteilte
Versorgungsstruktur im periodischen Bedarfsbereich“ verfüge und
die Verkaufsfläche pro Einwohner dafür bereits jetzt
überdurchschnittlich sei.
Dazu setzt
sich der Markt Feucht auf Initiative der
SPD-Marktgemeinderatsfraktion ein, das heutige Norma-Areal zu
sanieren, um dort einen größeren und attraktiveren Markt mitten
im Ort anzusiedeln. Dieser wird ebenfalls eine hier gewollte
Erweiterung der Einzelhandelsverkaufsfläche bringen. Zusätzliche
Märkte an der Peripherie werden dann nicht mehr gebraucht und
könnten sogar dieses wichtige Vorhaben scheitern lassen, und das
ist nicht nur unsere Meinung.
Ein weiteres
Problem liegt in der zeitlichen Abfolge. Wenn Anfang 2010 eine
Baugenehmigung für einen Verbrauchermarkt oder Discounter
erteilt werden würde, könnte dieser schon Ende 2010 in Betrieb
gehen. Solche Märkte „von der Stange“ lassen sich in kürzester
Zeit hochziehen, und dann steht noch kein einziges Wohnhaus auf
dem ehemaligen Fella-Gelände. Damit würde dieser neue Supermarkt
in volle Konkurrenz zum Ortskern und zur Sanierung des
Norma-Areals treten. Das Feuchter Ortszentrum hat schon in der
jüngsten Vergangenheit Lebensmittelmärkte im Zentrum verloren,
das darf sich nicht wiederholen. Eine Verödung des Ortskerns
wäre – aus unserer Sicht – das Horrorszenario.
Das für den
Verbrauchermarkt vorgesehene Gebiet soll wie im Bürgerantrag
genannt für Wohnbebauung und Büroflächen oder kann auch
anderweitig genutzt werden, sofern dies mit den Zielen der
Ortsentwicklung und der geplanten Wohnbebauung verträglich ist.
Da ist die SPD-Fraktion offen.
Grundsätzlich: An
der Peripherie weitere große Verbrauchermärkte anzusiedeln, wird
abgelehnt. Das Ortszentrum muss nachhaltig gestärkt und nicht
geschwächt werden. Es macht keinen Sinn, mit viel Geld den
Ortskern baulich attraktiv zu machen und anschließend
wirtschaftlich auszutrocknen. Zu einem attraktiven Ortszentrum
gehören attraktive Einkaufsmöglichkeiten und das hat für die SPD
Feucht eindeutig Vorrang. Lothar Trapp |