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Viele Einwände gegen Rastanlage bei Moosbach
Moosbacher und Inge Jabs in Ansbach bei der Regierung von Mittelfranken

Eine Abordnung von Moosbacher Bürgerinnen und Bürgern und Inge Jabs, SPD-Fraktionsvorsitzende im Marktgemeinderat, fuhren zur persönlichen Übergabe der Einwendungen und der rund 500 gesammelten Unterschriften gegen die geplante Rastanlage an der BAB 6 bei Moosbach nach Ansbach zur Regierung von Mittelfranken.

Die SPD-Fraktion im Feuchter Marktgemeinderat fordert vorrangig, die PWC-Anlage außerhalb des Bannwalds zu errichten, mindestens aber 2,5 km von Wohnbebauung entfernt. Sollte sich das nicht realisieren lassen, wird als Alternative ein Standort ca. 1,5 km westlich als Notlösung vorgeschlagen, der zwar auch im Bannwald. aber doch weiter entfernt von Moosbach und Birnthon wäre.

Sollten diese Einwände und Vorschläge abgeschmettert werden, dann müssten zumindest der Lärmschutz verstärkt werden, ein stabiler Zaun an A6 und Rastanlage so erreichtet werden, dass keine bequeme fußläufige Erreichbarkeit gegeben ist.

Befürchtungen der Moosbacher Bürger, die im Juni 1982 Überflutungen durch Niederschlagswasser von der A6 in Moosbach bereits erlebt haben, sind ernst zu nehmen. Die Anlagen für die Niederschlagswasser- und Abwasserentsorgung sind so zu dimensionieren, dass eine Gefährdung der Ortsteile durch die PWC-Anlage und die A 6 ausgeschlossen ist.

Auch sei auf der PWC-Anlage und im Gebiet in einem Umkreis von 300 m regelmäßig mindestens monatlich der Müll auf Kosten der Autobahnverwaltung einzusammeln und zu entsorgen, fordert die SPD-Fraktion. Bei auftretenden Nachteilen oder Schäden solle die Beweislast beim Betreiber der Rastanlage und nicht bei den Anwohnern liegen, ist eine weitere Forderung der SPD.

Inge Jabs fungierte ebenfalls als Überbringerin der gemeindlichen Stellungnahme. Nach der förmlichen Übergabe wurde die Abordnung von Herrn Oberregierungsrat Wolf, dem Leiter der zuständigen Behörde für das laufende Planfeststellungsverfahren, empfangen. Herr Wolf sprach überaus offen über die Rechtslage und Möglichkeiten der Bürgerinnen und Bürger und aller Einwender bei einem solchen Verfahren. Die zuständige Behörde müsse unter Abwägung aller Fakten entscheiden, ob an dem geplanten Platz auch wirklich gebaut werden dürfe. Hier genüge ein zu erwartendes Problem, damit man im Falle einer Klage dann darauf zurückgreifen könne.

Inge Jabs sprach besonders das Problem des Oberflächenwassers an und dass dies wohl auch als problematisch vom Markt Feucht gesehen wird; auch eine abschließende Stellungnahme des Wasserwirtschaftsamtes liege noch nicht vor.

Leider wurde der Marktgemeinderat von Bürgermeister und Verwaltung erst in der Sitzung vom 28. Januar dieses Jahres über die Planungen informiert. Die Absicht der Autobahndirektion war im Rathaus aber schon lange bekannt, nämlich mindestens seit 2007. Um die Bevölkerung und den Marktgemeinderat frühzeitig zu informieren, bestand keine Notwendigkeit die Unterlagen des Planfeststellungsverfahrens abzuwarten. Hat der Bürgermeister die Brisanz der geplanten PWC-Anlage für Moosbach nicht erkannt oder hat er die Information der Öffentlichkeit absichtlich so lange zurückgehalten, dass kaum Zeit für Reaktionen und Einwendungen blieb? Diese Frage stellten sich nicht nur die SPD-Fraktion sondern auch viele Moosbacher Bürger.

Auch war das Verhalten des Bürgermeisters in der entscheidenden Sitzung des Bauausschusses für die SPD nicht nachvollziehbar. Mit der Begründung, der Ausschuss wolle mehrheitlich die Errichtung im Bannwald nicht, seien weitere Einwendungen nicht möglich, und wurden die weiteren Einwände gar nicht mehr zur Abstimmung gestellt. Aber SPD und Moosbacher Bürger haben dies nun erledigt – auch ohne den Bürgermeister.

Lothar Trapp