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Chaotische Planung bei der Bahn
Bahnlärmsanierung und Feuchter Bahnhof für behinderte Menschen ein Hindernis

Nach langen, sehr langen Jahren mit vielen Planvarianten sollen in diesem Jahr die S-Bahn nach Neumarkt mit dem Haltepunkt Feucht-Ost und der Lärmschutz an der Bahnstrecke Nürnberg – Regensburg in Feucht fertig werden. Eine endgültige und zufriedenstellende Planung gibt es aber bis heute nicht.

Lärmschutz in vielen Varianten

Insbesondere nachts, wenn die meisten Güterzüge rollen, ist die Lärmbelästigung an der Bahnstrecke Nürnberg – Regensburg hoch, da Güterzüge erheblich lauter sind und während der Nachtruhe als besonders störend empfunden werden. Die große Koalition unter dem SPD-Verkehrsminister Tiefensee stellte der Bahn viele Millionen Euro für Lärmschutzmaßnahmen zur Verfügung. Bayern brauchte am längsten für die Planung und die Bahn produzierte dabei für Feucht das reinste Chaos. Andernorts würden schon fleißig Lärmschutzwände entlang der Bahnstrecke gebaut, nur in Feucht tue sich noch nichts, beklagten sich die Anwohner auf einem Treffen mit der SPD-Fraktion. In Feucht sollte es beruhend auf Prognosen für 2015 einen Lärmschutz von 2 Meter Höhe geben, der lückenhaft wie das Gebiss eines 70-Jährigen war. Eine unzureichende Länge und die Lücken an der Altdorfer Straße führten zu berechtigten Protesten.

Viele Lücken im Lärmschutz

Durch den Einsatz auch unseres Bundestagsabgeordneten Martin Burkert wurde die Planung überarbeitet und auf eine Verkehrsprognose für 2025 umgestellt. Jetzt sollte der Lärmschutz auf 3 Meter erhöht werden und die Lücke an der Altdorfer Straße war weg. Aber eine neue Lücke plante die Bahn dafür am Rummelsberger Weg – sie hatte dort das Alter der hinter liegenden Bebauung falsch berücksichtigt. Nach Einspruch und einigen Monaten legte die Bahn dann eine Lärmschutzwand ohne Lücken vor. Sie ging im Westen gerade bis knapp über die Nürnberger Straße. Nach Einwendungen des Markts Feucht  und der Bewohner der Palmstraße wurde die Lärmschutzwand im Süden verlängert -  aber wieder mit einer Lücke von 98 Metern. Wieder wurde das Alter von Häusern falsch berücksichtigt. Wieder gibt es Einsprüche und wir warten auf eine weitere Korrektur der Planung. Eine fast unendliche Geschichte.

Auch bei der Planung der S-Bahn nach Neumarkt gab es einiges Durcheinander. So wurde erst Lärmschutz und Haltepunkt Feucht-Ost unabhängig voneinander geplant – die Bahnplaner wussten nichts voreinander. Erst der Markt Feucht musste sie darauf aufmerksam machen.

Bahnhof Feucht nicht behindertengerecht

Kommen wir nun zum Bahnhof Feucht, wo sich die S-Bahn nach Altdorf und nach Neumarkt trennen. Der Markt Feucht hoffte, dass ein alter Planungsfehler endlich beseitigt würde, aber falsch gedacht. Weiterhin sollen die Behindertenparkplätze auf dem P+R-Platz bleiben, wo es aber keinen Aufzug gibt und geben soll, damit gehbehinderte auch die Bahnsteige erreichen können.

Zielsetzung für die Bahn und insbesondere auch für die S-Bahnen soll ihr behindertengerechter Ausbau sein. Dies geht nach der aktuellen Planung aber voll in die Hose. Es wurde zwar ein neuer, für die neuen 20 cm niedrigeren Züge passender Bahnsteig gebaut – nur können die Züge aus Neumarkt diesen nicht nutzen, da zwei Weichen fehlen. Ein Schildbürgerstreich, der auch noch von der neuen Bayrischen Staatssekretärin Katja Hessel –  einer ehemaligen Feuchterin – verteidigt wird.  Auch der neue CSU-Verkehrsminister Ramsauer schert sich nicht um diesen Missstand.  So erhalten wir nun einen Bahnhof, auf dem Fahrgäste mit Rollstuhl in Feucht nicht aussteigen können. Sie müssen erst bis Nürnberg durchfahren, um dann mit der Altdorfer S-Bahn wieder nach Feucht zurück zu kommen. Ein langer und treurer Umweg für die Betroffenen.

SPD-Fraktion und unsere Abgeordneten Martin Burkert, Angelika Weikert und Dr. Thomas Beyer setzen sich gemeinsam mit dem Markt Feucht weiterhin für eine Verbesserung der Situation ein.

Lothar Trapp