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Vorstand und Fraktion der SPD Feucht und der Nürnberger
Bundestagsabgeordnete Martin Burkert trafen sich zu einem
Ortstermin am Feuchter Bahnhof. Sie sind enttäuscht über ein
Schreiben aus dem Bundesverkehrsministerium. „Es ist schon
erstaunlich, wie leichtfertig Verkehrsminister Ramsauer über
existenzielle Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung
hinweggeht“, findet die Feuchter SPD-Vorsitzende Inge Jabs.
Peter Ramsauer
teilte auf ein Schreiben Burkerts hin mit, das
Bundesverkehrsministerium halte es für akzeptabel, dass der neue
S-Bahnhof in Feucht keinen vollständig barrierefreien Zugang
bieten wird. „Ramsauer zeigt keinen Einsatz für Behinderte“,
wirft ihm Burkert daraufhin in einer Pressemitteilung vor.
Als bahnpolitischer
Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion hatte der Nürnberger
Abgeordnete Martin Burkert den CSU-Politiker darauf aufmerksam
gemacht, dass die neue S3 in Feucht auf einem Gleis halten
werde, das nicht an die Höhe der Waggone angepasst ist. Der
Einstieg liegt 20 Zentimeter unter der Bahnsteigkante.
Rollstuhlfahrer werden in Feucht also weder ein- noch aussteigen
können. Für Menschen mit Gehbehinderung sind erhebliche
Schwierigkeiten zu erwarten.
Martin Burkert hält
das deshalb für besonders ärgerlich, weil über den Haltepunkt
Ochenbruck auch Einrichtungen der Rummelsberger Anstalten für
Menschen mit Behinderung erschlossen werden. Dazu zählen unter
anderem ein Krankenhaus und ein Berufsbildungswerk. „Wer also
von dort mit einem Rollstuhl über die neue S-Bahn-Linie nach
Feucht fahren oder dort umsteigen will, der hat Pech“, schildert
Martin Burkert die Folgen. Barrierefrei sei das erst in Nürnberg
möglich, so der SPD-Politiker. „Damit müssen Menschen mit
Behinderung riesige Umwege in Kauf nehmen, für die sie dann wohl
auch noch bezahlen müssten“, stellt Inge Jabs fest.
Auch die
Park-und-Ride-Situation in Feucht finden Martin Burkert und Inge
Jabs hinsichtlich der Barrierefreiheit unbefriedigend. „Es sind
zwar fünf Behindertenparkplätze vorhanden, es existiert aber
kein Aufzug“, hat Burkert bei einer Besichtigung mit den
Feuchter Genossen festgestellt. Er sei auch nicht geplant.
In seinem
Antwortschreiben hat Peter Ramsauer ein Eingreifen des
Bundesverkehrsministeriums abgelehnt und auf den Bahnhof
Feucht-Ost verwiesen. Dort sei barrierefreies Aus- und
Einsteigen möglich, schreibt Ramsauer. Martin Burkert und Inge
Jabs finden es aber zynisch, Menschen mit Behinderung auf wenig
zentrale Bahnhöfe zu verweisen. Außerdem sei es dort auch nicht
möglich, in die S2 umzusteigen.
Für äußerst kritisch
hält Martin Burkert auch Ramsausers Hinweis, dass „fast alle
Stationen des S-Bahn-Netzes Nürnberg künftig für
mobilitätseingeschränkte Reisende uneingeschränkt nutzbar sein
werden“. Martin Burkert: „Gerade dort aber, wo es wegen der Nähe
zentraler Orte zu Einrichtungen für behinderte Menschen
besonders wichtig ist, versagen Bahn, Freistaat und
Bundesregierung auf ganzer Linie.“
Martin Burkert /
Inge Jabs |