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SPD-Fraktion und die Marktgemeinderatskandidaten der Feuchter
SPD trafen sich vor und im Café Bernstein mit der
Bürgerinitiative für die Bahnlärmsanierung. Ziel müsse ein
wirksamer Lärmschutz der Anwohner der Bahnstrecke Nürnberg –
Regensburg sein, waren sich BI und SPD einig.
Insbesondere nachts, wenn die meisten
Güterzüge rollen, ist die Lärmbelästigung hoch, da diese
erheblich mehr Lärm verursachen, der während der Nachtruhe als
besonders störend empfunden wird. Durch die Grenzöffnung nach
Osten und den Beitritt unserer östlichen Nachbarländer zur EU
wird insbesondere der grenzüberschreitende Verkehr noch stark
zunehmen, stimmten BI und SPD in ihrer Analyse überein. Welchen
Lärm die Güterzüge bei ihrer Fahrt über die Bahnbrücke der
Fischbacher Straße verursachen, konnten sich die Mitglieder der
BI und der SPD vor Ort überzeugen. Wenn ein Zug kam, musste die
Diskussion unterbrochen werden, da man sich nicht mehr verstehen
konnte.

Andernorts würden schon fleißig
Lärmschutzwände entlang der Bahnstrecke gebaut, nur in Feucht
tue sich noch nichts, beklagten sich die Anwohner. Wo in Feucht
Lärmschutzwände von der Bahn gebaut werden sollten, war schon im
September 2006 Thema im Marktgemeinderat, berichtete
Marktgemeinderat Lothar Trapp. Der Marktgemeinderat habe damals
einstimmig Einspruch gegen die Planung einer sehr lückenhaften
Lärmschutzwand erhoben. Auch die BI habe sich aufgrund dieser
unzureichenden Planung gegründet, die auf veralteten
Verkehrsprognosen von 2010 beruhte.
Zurzeit sei eine neues
Planfeststellungsverfahren in Arbeit, das auf Verkehrsprognosen
von 2015 beruhe. Diese Planung, die in der ersten Jahreshälfte
2009 veröffentlich werden soll, muss Basis der weiteren Aktionen
sein. Deshalb wäre es sehr wichtig, möglichst frühzeitig in
diese Planungen Einsicht nehmen zu können, waren sich BI und
SPD-Kommunalpolitiker einig. BI und SPD vereinbarten deshalb
einen offenen Informationsaustausch in dieser Angelegenheit.
Die neuen Pläne werden zwar auf der
neuen Prognose beruhen, aber weder BI noch SPD glauben, dass die
dann vorgesehenen Maßnahmen das Lärmproblem umfassend lösen
können.
Der SPD-Bürgermeisterkandidat Michael
Schwarz wies darauf hin, dass die SPD-Fraktion sich bereits bei
der Diskussion der alten Planung dafür eingesetzt habe, dass
sich der Markt Feucht an den Maßnahmen beteiligen sollte, um
sehr störende Lücken in der Lärmschutzwand zu verhindern. Die
CSU-Mehrheit im Marktgemeinderat habe dies aber unter Hinweis
auf für die SPD-Fraktion nicht nachvollziehbare Präzedenzfälle
abgelehnt.

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Martin
Burkert erläuterte in seiner Antwort auf eine Anfrage der
SPD-Marktgemeinderatsfraktion, dass in diesem Fall Gelder der
Bahn, die sonst für passive Lärmschutzmaßnahmen verwendet werden
würden, für solche Lückenschließungen eingesetzt werden können.
Durch die EU-Richtlinie über die
Bewertung und Bekämpfung von Umgebungslärm und die folgende
Umsetzung in den §§ 47 a ff des Bundesimmisionsschutzgesetzes
wird eine Lärmkartierung auch in Feucht erfolgen, mit der die
Belastung der einzelnen Anwohner der Bahn beurteilt werden kann,
Diese Kartierung soll im ersten Halbjahr 2008 vom
Eisenbahnbundesamt dem Markt Feucht zur Verfügung gestellt
werden. Mit der Kartierung wird aber nur die Lärmbelastung
aufgezeigt, Aktionspläne und Maßnahmen sind dann nach heutiger
Rechtslage in Verantwortung der Kommune. Leider ist das
betreffende Gesetz dazu so nichtssagend formuliert, dass keine
Rechtsansprüche auf einen Lärmschutz daraus abgeleitet werden
können, bedauerte der SPD-Bürgermeisterkandidat und Rechtsanwalt
Michael Schwarz. Sich darauf zu verlassen oder auf eine Änderung
zu hoffen, würde keinen erweiterten Lärmschutz in den nächsten
10 Jahren bringen.
Auch ging man davon aus, dass eine Klage
gegen die neue Planfeststellung in absehbarer Zeit keine
positive Wirkung zeigen würde, da solche Verfahren – wie man bei
der Klage der Anwohner gegen die Seniorenanlage in der Altdorfer
Straße erleben musste – sich sehr lange hinziehen würden.
Eine realistische Chance für einen
gegenüber der Planung erweiterten Lärmschutz bestehe nach
Ansicht der SPD-Marktgemeinderatskandidaten, wenn sich der Markt
Feucht als Kommune einbringe, erläuterte Michael Schwarz. Auch
der Markt Feucht müsse ein Interesse an einem erweiterten
Lärmschutz haben, da er Eigentümer von Grundstücken in den
betreffenden Bereichen sei, die ohne Lärmschutz kaum ein
gesundes Wohnen erlauben würden.
BI, und die
Marktgemeinderäte und Kandidaten der SPD Feucht waren sich
einig, sich für einen wirksamen Lärmschutz an der Bahntrasse
einzusetzen, der zeitnah verwirklicht werden kann. Die SPD sagte
die Unterstützung der BI zu diesem Ziel zu.
Lothar Trapp |