|
Ein Rückblick auf 2009, eine Vorschau auf Aktivitäten dieses
Jahres und ein Bericht von Angelika Weikert vom Dresdner Parteitag
standen auf dem Programm der Jahreshauptversammlung der Feuchter
SPD.
Die Ortsvereinsvorsitzende Inge Jabs begann
ihren Rückblick mit einem Gedenken an die im letzten Jahr
verstorbenen Mitglieder. Irmgard Frauenknecht, die über 40 Jahre
eine Frauengruppe des Ortsvereins leitete, vertrat damit die SPD in
der Öffentlichkeit. Hans Werner, den wir Ende letzten Jahres für 40
Jahre Zugehörigkeit hätten ehren dürfen, verdanken wir viele
Wanderungen und Radtouren für unsere Mitglieder und Freunde.

Die Zahl der Mitglieder sei im Wesentlichen
stabil geblieben, aber das Durchschnittalter der Mitglieder steige
kontinuierlich an, was sich auch in einer sehr aktiven AG 60 plus
zeige. „Dafür möchte ich mich bei den drei Vorstandsmitgliedern Kurt
Dilfer, Ursula Freimann und Friedemar Heinze ganz herzlich
bedanken.“ Erfreulich sei, dass es aber auch neue Mitglieder im
Juso-Alter gebe.
Hoher Zeitaufwand
Die vielen Aktivitäten im Ortsverein erfordern
einen hohen Zeitaufwand. Mandatsträger und Funktionäre waren im
Durchschnitt alle 2 ½ Tage im Einsatz – allein innerhalb der Partei
und für den Marktgemeinderat. Dies umfasst auch das Bürgerfest, das
Ferienprogramm und einen ganztägig Infostand auf dem Familienfest
vor der Wahl. „Für die Organisation und den Einsatz bedanke ich mich
herzlich bei allen.“
Die Ortsvereinsvorsitzende betonte, dass unser
Ortsverein auch die Gesellschaft untereinander und mit Freunden
pflegen müsse, dabei auch die Politik nicht ganz außer acht lassen
solle. „Zum Jahresanfang ging die Dreikönigswanderung 2009 nach
Herzogenaurach mit einem Empfang im Rathaus durch unsere Genossen
vor Ort, die dort den Rathauschef und die Stellvertreterin stellen.
Klaus Rüffer führte uns auf unserer Radtour in die benachbarte
Oberpfalz nach Berg, wo auch ein SPD-Bürgermeister mit einer
SPD-Mehrheit regiert. Unser Genosse Michael Dilfer hat uns diesen
interessanten Treff vermittelt.“


Viele Aktivitäten
Das schon traditionelle Sommerfest fand
erstmals in der Äußeren Weißensee statt und sei bei allen gut
angekommen. „Ganz nebenbei konnte ich die Geschichte der
Waldsiedlung Weißensee erläutern, die für einige doch unbekannt
war“, freute sich Inge Jabs und lud für dieses Jahr am selben Ort
ein. Auf dem historischen Spaziergang habe Hannes Schönfelder wieder
Neubürger und Alteingesessene über die Feuchter Geschichte
informiert, berichtete sie.
Mittlerweile sei eine kleine Mehrtagesreise nicht mehr aus dem
Programm wegzudenken und sie dankte vor allem Else Dilfer, die das
inzwischen federführend organisiert. Im letzten Jahr ging es nach
Crottendorf zu unserer Partnergemeinde. 20 Jahre nach der Gründung
„Neues Forum“ und dem ersten Kontakt zu Crottendorf erhielt die
Fahrt eine besondere Bedeutung.
Im
November wurde das Kartelturnier wieder organisiert und durchgeführt
von Rudi Urbanger. Viele Preise von den Feuchter Geschäftsleuten,
Schall & Rauch, sowie unseren Abgeordneten für Reisen in den Landtag
und nach Berlin machten es attraktiv. Plätzchenbacken mit Kindern,
die Weihnachtsfeier mit Jubilarehrungen, und die Gestaltung von
Adventsfenstern beendeten das Jahresprogramm 2009.
Viele Initiativen
Viele Initiativen im Marktgemeinderat gingen
auf die SPD-Fraktion zurück. Die Errichtung weiterer
Bürgersolaranlagen soll auf kommunalen Dächern ermöglicht werden.
Dies sei dringend, da die Förderung durch Schwarz-Gelb gekürzt
werden soll.
Zum Baugebiet auf dem ehemaligen Fella-Gelände
hat die SPD-Fraktion das Bürgerbegehren gegen einen weiteren
Supermarkt tatkräftig unterstützt und viele Verbesserungsvorschläge
und Anregungen eingebracht. Da diese alle abgelehnt wurden, konnte
die SPD-Fraktion der vorliegenden Planung nicht zustimmen. Die
Planung eines neuen Gewerbegebietes an der Moserbrücke als Ersatz
für drei aufgelassene Gewerbegebietsinseln im Reichswald haben wir
befürwortet.
Eine Ganztagsklasse auch für die Grundschule,
die Sanierung der Schulhöfe von Grund- und Hauptschule sowie die
Bezuschussung des Mittagessens für Kinder aus bedürftigen Familien
waren Initiativen der SPD im Marktgemeinderat.
Eine Bürgermedaille für bürgerschaftliches
Engagement und Zivilcourage wurde leider abgelehnt und anstatt
dessen soll ein „Ehrenabend“ durchgeführt werden. Erfolgreich
dagegen war der Antrag von Ernst Klier, der Allianz gegen
Rechtsradikalismus der Metropolregion Nürnberg beizutreten und einen
Aktionstag durchzuführen.
Der Einfluss des Ortsmarketingprozesses auf den
Marktgemeinderat habe nicht nur in der SPD-Fraktion für Diskussion
gesorgt. Insbesondere bei der Auswahl des Kunstwerks auf dem
Pfinzingplatz und der Benennung von Straßen sei versucht worden,
Druck auf den Marktgemeinderat auszuüben. „Meine Fraktion und ich
sind für jeden dankbar, der sich für das Gemeindeleben interessiert
und sich einbringt als Ideengeber, als Ratgeber im
Meinungsbildungsprozess“, stellte Inge Jabs klar. Aber aus einer
solchen Beteiligung dürfe niemand ableiten, dass daraus eine Bindung
für die erwachse, die aufgrund ihres Mandats die Entscheidungen des
Gemeinderats vor den Wählerinnen und Wählern vertreten müssten.
Die AG 60 plus
Für die AG 60 plus konnte Kurt Dilfer über
viele Veranstaltungen und Initiativen berichten. Man wolle sich
wieder mehr in die Kommunalpolitik einmischen und Anregungen an die
SPD-Marktgemeinderäte weiter geben. „Sie sind es, die im Fokus der
Öffentlichkeit stehen und Präsenz zeigen müssen.“ Er bedankte sich
bei seinen Vorstandkollegen Ursula Freimann und Friedemar Heinze und
kündigte als Nächstes eine Veranstaltung mit dem Feuchter
Seniorenbeauftragten Kreuzer zum Thema Pflegeheim an.
Ortsvereinszeitung „WIR informieren“
Eine wichtige Neuerung in der
Öffentlichkeitsarbeit müsse hoch geschätzt werden – die neue
Ortsvereinszeitung „WIR informieren“. Damit könne man in jedem
Feuchter Haushalt präsent sein, betonte Inge Jabs. Sie dankte dem
Redaktionsteam mit Georg Zimmerer, Reinhard Döring, Friedemar Heinze
und Dieter Hausner und den vielen Artikelschreiben für ihren Einsatz
und forderte sie zu konsequentem Weiterso auf.
„Wir blicken auch auf ein anstrengendes
Wahljahr zurück“, zog Inge Jabs Bilanz. Veranstaltungen zur
Europawahl waren der Neujahrstreff mit dem Kandidaten Pjotr
Drozynski und eine politische Veranstaltung im Cafe Bernstein.
Höhepunkt war das Europafest im Garten des Zeidlerschlosses mit
Beteiligung von Schall&Rauch, den Falken und den Naturfreunden.
Die Wahlen
Die Bundestagswahl forderte den Ortsverein
schon kurz danach mit einer Veranstaltung zur Finanzkrise und vielen
Info-Ständen. „Wir haben viel an Zeit und auch an Geld investiert,
und wir haben große Unterstützung durch Sponsoren erhalten ohne die
manches nicht möglich wäre“, dankte Inge Jabs. „Aber wie wir nun
alle wissen, wurde unser Einsatz in Feucht auch nicht mit dem
Kreuzchen bei der SPD belohnt. Auch wenn wir uns ein bisschen
getröstet haben, dass wir im Landkreis noch am besten abgeschnitten
haben. Der Wähler hat uns für die letzten Jahre der Regierung
abgestraft. Er hat uns verantwortlich gemacht z.B. für Sozialabbau
und nicht anerkannt, dass wir in der großen Koalition Kompromisse
eingehen mussten. Alles was gut war, wurde der Kanzlerin
gutgeschrieben.“ beklagte die örtliche SPD-Vorsitzende.
„Weder hat die SPD Deutschland in das
Irak-Abenteuer geschickt, noch hat sie sich durch eine Spendenaffäre
unmöglich gemacht. Im Gegenteil: Das Land, das sich anschickt, die
Genossen in die Marginalisierung zu entlassen, ist nach elf Jahren
sozialdemokratischer Regierung ökologischer, liberaler, moderner,
ökonomisch stabiler und entspannter als vor dem Antritt 1998. Die
Republik hat der SPD einiges zu verdanken.“ zitierte sie die
Wochenzeitung Die Zeit und forderte wie sie „Gerechtigkeit für die
SPD“.
Dresdner Parteitag
Zu diesem Thema schilderte die
Landtagsabgeordnete Angelika Weikert ihre Eindrücke von Dresdner
Parteitag der SPD. Es sei klar geworden, dass die SPD während ihrer
Regierungszeit viel Vertrauen bei den Wählern verloren habe. Jetzt
begännen die Bürgerinnen und Bürger aber zu merken, dass die
Qualität des Regierens durch den Ersatz der SPD durch die FDP nicht
gestiegen sei. Besonders deutlich werde dies wenn man Frank-Walter
Steinmeier und Westerwelle vergleiche.
Der SPD-Parteitag habe 12 Thesen zur Erneuerung
der SPD beschlossen. Insbesondere wolle sich die SPD viel stärker
als bisher ihrer eigenen Basis und dem Rat von Außen öffnen. Erste
Änderungen des Arbeitsstils seinen bereits bei der Diskussion um den
Afghanistan-Einsatz zu spüren – er sei viel offener und die
Parteibasis werde ausdrücklich einbezogen, konnte sie aus eigener
Erfahrung berichten.
Auch bei der bayrischen SPD habe sich viel
geändert. Mit Florian Pronold und Thomas Beyer an der Parteispitze,
mit Markus Rinderspacher und Thomas Beyer an der Fraktionsspitze
sowie mit der neuen Generalsekretärin Natascha Kohnen sei eine neue
Generation ins Amt gekommen, an die große Erwartungen geknüpft
würden.
Vielen Dank

Zum Ende der Jahreshauptversammlung dankte die
Ortsvereinsvorsitzende herzlich allen für die geleistete Arbeit,
insbesondere ihren Vorstandskolleginnen und -kollegen, für
Pressearbeit Lothar Trapp, für die Schriftführung Ernst Klier und
auch Waltraud Haider und dem Kassier Harald Bartels. „Weiterhin
wünsche ich uns allen ein gutes Miteinander und Gelingen unserer
Arbeit unter dem Motte: SPD – Sei politisch dabei!“
Lothar Trapp |