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Feuchter Bahnhof für behinderte Menschen ein Hindernis
SPD-Bayernvorsitzender Pronold zur Barrierefreiheit am Feuchter Bahnhof

Situation

Die Regionalbahnstrecke nach Neumarkt soll bis Dezember 2010 als S-Bahn ausgebaut werden.

Dazu werden in Feucht die Haltestelle Feucht-Ost neu errichtet und am Bahnhof Feucht die Bahnsteige 2 und 3 auf die Einstiegshöhe der neuen S-Bahnzüge umgebaut und mit einem Aufzug versehen.

So weit – so gut, wenn da nicht zwei gravierende Missstände wären, die den Feuchter Bahnhof zu einer Falle für Behinderte Fahrgäste machen.

Jetzt besuchte der SPD-Landesvorsitzende Florian Pronold auf Einladung der SPD-Ortsvereinsvorsitzenden Inge Jabs den Feuchter Bahnhof , um sich selbst ein Bild zu machen und seine Hilfe anzubieten. Dass dies nicht nur Feucht betrifft, merkte man an der Vielzahl der Teilnehmer bei diesem Besuch. Nicht nur Gemeinderäte und SPD-Mitglieder aus Feucht, sondern aus der Region kamen. Die Landtagsabgeordnete Angelika Weikert, der Feuchter Bürgermeister Konrad Rupprecht, der Feuchter Behindertenbeauftragte Reinhard Papkalla, Vertreter von „Mobil mit Handicap“ aus Altdorf und der Leiter des Altdorfer Wichernhauses Volker Deeg sowie weitere Bürger mit Handicap nahmen den Termin wahr.

Missstand 1: Zug aus Neumarkt hält am falschen Bahnsteig

Die Bahn plant aber, die neue S-Bahn aus Richtung Neumarkt kommend an den Bahnsteigen der bestehenden S-Bahnlinie nach Altdorf halten zu lassen, deren Bahnsteige 20 cm höher liegen. Damit können gehbehinderte Fahrgäste aus Neumarkt im Bahnhof Feucht nur schwer und Rollstuhlfahrer ohne Hilfe gar nicht aussteigen. Sie sind gezwungen, bis Nürnberg Hauptbahnhof durchzufahren, dort den Bahnsteig zu wechseln (passende Bahnsteighöhe und Aufzug vorhanden) und wieder nach Feucht Bahnhof zurückzufahren. Äußerst unbefriedigend, von Zeit und Kosten für den Fahrgast gar nicht zu reden.

Diese Prozedur gilt natürlich auch für Behinderte, die von Neumarkt nach Altdorf wollen, oder aus Richtung Neumarkt zu einem der S-Bahnhöfe wollen, die zwischen Feucht und Nürnberg Hauptbahnhof liegen.

Warum nur?

Warum die Bahn das so plant, konnte nicht deutlich gemacht werden. Einmal waren es mehrere fehlende Weichen, dann nur eine fehlende Weiche samt deren Signalanlagen, dann waren es Einschränkungen bei der Streckenauslastung, die einen Halt am neuen Bahnsteig verhindern sollen. Eine definitive Auskunft der Bahn ist bis heute nicht zu haben gewesen.

Unabhängig ist die Bahn verpflichtet, neue Bahnanlage grundsätzlich behinderten gerecht zu bauen – davon ist man in Feucht meilenweit entfernt.

Gegenmaßnahmen

Um diesen Missstand abzustellen wurden über unsere Abgeordneten Martin Burkert, die Landtagsabgeordneten Angelika Weikert und Dr. Thomas Beyer Initiativen ergriffen – bisher ohne Ergebnis. Die Bemühungen des Bürgermeisters und der Abgeordneten der anderen Parteien waren ebenfalls erfolglos. Auch die betroffenen Nachbargemeinden und ihre Behindertenbeauftragten waren aktiv  - ebenso ohne Erfolg.

Nur die Bayr. Staatssekretärin Katja Hessel – eine ehemalige Feuchterin – beschied dem Markt Feucht in einem Schreiben, dass die Nutzung des neuen Bahnsteigs nicht eingeplant sei und am Geld scheitere.

                                

Der SPD-Landesvorsitzende Florian Pronold versprach bei seinem Besuch in Feucht, sich der Sache anzunehmen, sie intensiv zu verfolgen und die Verantwortlichen bei der Bahn anzuschreiben. Er sei enttäuscht, wie wenig ernst die Verpflichtung zu einem behindertengerechten Ausbau genommen werde.

Missstand 2: Kein Aufzug zu den Behindertenparkplätzen


Nur so können Rollstuhlfahrer die Bahnsteige vom P+R-Platz aus erreichen.

Seit langem gibt es einen weiteren Missstand am Feuchter Bahnhof: Am P+R-Platz sind fünf Behindertenparkplätze ausgewiesen, die aber mangels Aufzug vom P+R-Platz zu den Bahnsteigen nicht von Gehbehinderten genutzt werden können. Die Forderung auch hier einen Aufzug zu installieren, wurde wegen fehlenden Geldes seit Jahren zurückgewiesen. Die SPD-Fraktion im Marktgemeinderat hat deshalb beantragt, als kurzfristige Abhilfe auf der Bahnhofsseite, an der ein Aufzug existiert, in dessen Nähe zusätzliche Behindertenparkplätze anzulegen.

Lothar Trapp